Mehr über Oman

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Meine Kenntnisse über den Oman waren – freundlich ausgedrückt – rudimentär, als ich Viola und Michael während ihres Aufenthalts in Dubai zum ersten Mal besuchte. Die Besuche eröffneten mir ganz ungeplant die überraschende aber willkommene Gelegenheit, etwas Wissen über das Nachbarland der VAE auf der arabischen Halbinsel zu erwerben,

Die Vorbereitungen gingen schnell vonstatten: Ich mietete ein Auto und legte eine Route fest, die einen Blick auf Omans Wüsten, Berge und Küsten bieten würde.

Da die Grenzen Omans zu den Emiraten und Saudi-Arabien durch die Rub al Khali verlaufen, erwartete ich – auch dank des Studiums eimigrr Tourismusbroschüren – eine von Wüste und Sand dominierte Landschaft. Dieser Eindruck war zwar nicht ganz unzutreffend, aber bei weitem nicht vollständig.

Im Oman gibt es auch Berge, die ihrem Namen alle Ehre machen: hoch aufragend, zerklüftet und furchterregend. Sie stellen für die lokalen Gemeinschaften und die Landwirtschaft eine ständige Herausforderung dar. Terrassierungen haben dazu beigetragen, die steilen Hänge zu zähmen, aber der Aufwand für den Anbau bleibt immens.

Der Straßenbau ist nicht weniger anspruchsvoll – Ingenieure müssen komplizierte Lösungen finden, um die isolierten Bergdörfer miteinander und mit den darunter liegenden Tälern zu verbinden.

Auch wenn viele beeindruckende Routen entstanden sind, so ist es doch ein Wermutstropfen, dass unzählige Gebäude und ganze Dörfer entlang dieser Routen heute verlassen sind, eine Entwicklung, die zwar bedauerlich, aber nicht völlig überraschend ist.

Im Gegensatz dazu sind die Hauptverkehrsstraßen ein Zeugnis moderner Planung: gut entwickelt, durchdacht konstruiert und eindeutig mit Blick auf die Zukunft gebaut. Selbst die kleinsten Dörfer entlang dieser Strecken haben ihre eigenen Fußgängertunnel, die das Verkehrsaufkommen vorwegnehmen, das solche Maßnahmen vielleicht erst in Jahrzehnten rechtfertigen wird.

Muscat, die Hauptstadt, war ebenso beeindruckend. Der Sultanspalast und das Regierungsviertel weisen eine elegante Architektur auf, die auch in Abu Dhabi oder Dubai zu Hause wäre. Die Ästhetik der Stadt ist jedoch weitaus weniger protzig, sondern strahlt stattdessen eine ruhige Anmut und beruhigende Zurückhaltung aus. Besonders beeindruckt haben mich die vielen Kanonen, die kopfüber in den Boden eingelassen sind – ein eindrucksvolles Symbol für das Engagement der Nation für den Frieden und eine starke Aussage gerade in diesem Teil der Welt.

Letztlich waren es aber die Menschen, die die Reise zu einem Vergnügen machten: Überall traf ich auf Offenheit statt auf Berührungsängste, und trotz der Sprachbarriere herrschte eine herzliche Dialogbereitschaft.

Die Kontraste und der Charakter des Omans haben mich so sehr in ihren Bann gezogen, dass ich ein zweites Mal dorthin reiste – diesmal mit meinem Bruder Erwin. Gemeinsam erkundeten wir die arabische Seite der Straße von Hormuz. Unterwegs warfen wir auch einen Blick auf die weniger wohlhabenden Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate – eine Perspektive, die die Reise um eine weitere Ebene bereicherte.